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LRS-Selbsthilfegruppe für Erwachsene

Gast , 01.02.2016 19:45
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Gast

Hallo,

ich möchte eine LRS-Selbsthilfegruppe für Erwachsene im Raum Bad Waldsee (Kr. Ravensburg) gründen.

Hat jemand Erfahrung damit, wie man andere Betroffene am besten erreicht ? Die üblichen Medien (z.B. Zeitung, Internet etc.) sind ja für Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben nicht so günstig ...

Über Tipps hier oder per e-mail an lrs.bawa @[at] web [dot] de würde ich mich freuen.

Viele Grüße,
Anja

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Gast

Anja schrieb am 01.02.2016 um 19:45 Uhr zum Thema: LRS-Selbsthilfegruppe für Erwachsene
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Hallo Anja
Habe auch LRS
Drück dir die Daumen das es klappt….aber wie willst du an Leute kommen die nicht richtig lesen können?? Das geht dann glaub ich nur mit Mund zu Mund Propaganda…habe auch so ein kleines Problem da mit…habe ein Forum-Chat für Leute wie mich aufgemacht, aber jetzt wo ich das hier lese….die Leute dich ich im Netz suche, können ja nicht richtig lesen. Können wir uns ja schon fast zusammen tun ;-) Kannst mich ja mal besuchen auf
http://lrs-chat.forumprofi.de
und du machst einen Link auf meine Seite von dir….ist ja auch noch ruhig bei mir, bin ja auch noch Neu im WWW.

Gruß
Matthias



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Gast

Anja schrieb am 01.02.2016 um 19:45 Uhr zum Thema: LRS-Selbsthilfegruppe für Erwachsene
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Hallo,

ich möchte eine LRS-Selbsthilfegruppe für Erwachsene im Raum Bad Waldsee (Kr. Ravensburg) gründen.

Hat jemand Erfahrung damit, wie man andere Betroffene am besten erreicht ? Die üblichen Medien (z.B. Zeitung, Internet etc.) sind ja für Menschen mit Schwierigkeiten beim Lesen und Schreiben nicht so günstig ...

Über Tipps hier oder per e-mail an lrs.bawa @[at] web [dot] de würde ich mich freuen.

Viele Grüße,
Anja


HALLO
ICH HEISE RICHARD BIN 55 JAHRE JUNG
ICH BIN AUCH BETROFFEN !
AN BESTEN DU VERSUCHTES ÜBER DIE ZEITUNG ALLE BETROFFENE
HABEN EINEN MITWISSER DIE DAS LESEN KÖNNEN . DU HAST NOCH EINE
MÖGLICHKEIT DAS IST DAS RADIO DIE MEISTEN VON UNS KÖNNEN NICHT
GUT LESEN, UND WIESEN DOCH WAS IN DER WELT VORGEHT DENN SIE
HÖHEREN RADIO !


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Gast

Hallo Anja, ich habe selber zum Thema eine Facebookgruppe, ein Youtube Video und eine Website erstellt, weil ich auch gerne eine Community zum Thema haben möchte. Mir sind schon ein paar gute Tricks zum Thema eingefallen, du kannst sie auf www.studierenmitlegasthenie.de/video nachlesen. Mir ist es ein Anliegen, das Legasthenie wieder als Chance erkannt wird und nicht als ein Markel der einem anhaftet. Meine Philosophie ist heute so, dass ich davon überzeugt bin, dass man sich nicht von Legasthenie aufhalten lassen sollte, sondern die Chance erkennen muss die einem damit gegeben worden ist. Liebe Grüße, Christian

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Gast

Hallo miteinander!
Ich bin 33 J. und habe erst seit 1
Einen jahr mich diagnostizieren lassen und versuche jetst mich zurechtzufinden. Bei mir hat es echt lang gedauert draufgekommen und zu akzeptablen . Meinen leven lang hies es ich bin schlampig, unaufmerksam u.s.w. es kommt noch dazu das ich Migrationshintergrund habe und lebe erst seit 8 Jahren im Deutschland. Ich würde mich riesig freuen wenn ich auch andere Menschen mit LRS kennenlernen würde . Ich würde so gerne wissen wie andere Erwachsener mit LRS umgehen im Bereich Arbeit und tagtäglichen Leben. Ich wollte mir der link www.studierenmitlegasthenie.de/video anschauen aber ging nicht.
@ MATTHIAS ich wollte mich auf Ihren Forum anmelden ...funktionierte aber leider auch nicht....vieleicht mache was falsch .
Wünsche allen einen schönen Tag!
Mit freundlichen Grüßen
Ioli

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Gast

Hallo liebe Leser*innen,
ich bin 22 Jahre alt und habe meine Diagnose LRS schon mit neuen Jahren erhalten. Ich war jahrelang in Therapie und habe die best mögliche Hilfe bekommen (also in meinen Augen).
Auch habe ich meine Ausbildung zur Sozialpädagogin wirklich gut gemeistert.
Ich stehe jetzt da fast fertig und bin dann doch so abhängig von meiner Mutti, die meine Texte, die ich abgeben Stundenlang durch suchen muss um Fehler zu finden. Meine größte angst ist es vor anderen zu schreiben und einen "Fehler" zu begehen.
Ich schreibe euch um Hilfe, Erfahrungen und Tipps zu bekommen.
Sagt ihr es beim Bewerbungsgespräch gleich oder habt ihr auch solche Ängste etwas verkehrt zuschreiben. Mich z. B. hämmt es total. Bis ich diesen Text (ohne Korrekturlesen) abschicken konnte verging auch Wochen.


Vielleicht bekomme ich ja ein paar nette Antworten

Josi

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Gast

Hallo Josi,

ich habe schon seit ich denken kann, eine starke Leseschwäche bei Texten die ich noch nicht kenne. Hab es jetzt erst in meiner Weiterbildung der Schule mitgeteilt (ich bin 38 Jahre alt), die auch rücksichtsvoll mit dem Thema umgehen. Ich muss sagen dass es bei mir wirklich nur das Lesen betrifft. Zudem habe ich auch eine Wortfindungsstörung.

Das ich ein Problem habe, hat mich sehr viel Überwindung gekostet und gut fühle ich mich immer noch nicht dabei. Habe ständig das Gefühl zu versagen, weil es bei mir halt so ist.

Leider hatte ich nie den Mut es anderen (Außer meiner Frau) mitzuteilen.
Selbst bei unserer Hochzeit hatte ich eine rießen Angst, mich zu verlesen oder zu stocken.

Ich kann es absolut nachvollziehen, dass du dir die Frage stellst. Allerdings habe ich leider die Erfahrung gemacht, dass das Thema seltenst verstanden wird.

Gruß
Sepp

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Gast

PS: kennt jemand eine Gruppe wie Whats app, wo man sich zu diesem Thema austauschen kann?

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markonacht

Hallo an alle!
Ich heiße Marko und ich komme aus Goslar. Seit 4 Jahren habe ich die Diagnose LRS. Ich bin in der Therapie und das hilft mir wirklich :)
Ich bin hier, um Tipps und Hilfe, wenn nötig, zu bekommen :))

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distange

Ich bin Diana und meine Schwester hat diese Diagnose LRS. Ich werde mich freuen hier gute Tipps zu bekommen.

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Gast

Hallo ich bin jojo hase es nicht richtig schreiben..können bin jahre raum Göttingen

s
sarah

Hallo zusammen,

ich kann leider keinen neuen Beitrag eröffnen, deswegen versuch ich's mal hier...

im Rahmen meiner Bachelorarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München habe ich eine Smartphone-App zum Thema "Integriertes Lese-Training für Erwachsene und Jugendliche mit Leseschwäche" entwickelt und suche nun potentielle Nutzer, die Lust haben diese zu testen.

Die App soll Jugendlichen und Erwachsenen mit Leseschwierigkeiten helfen ihre Leseflüssigkeit mittels Lautleseverfahren zu verbessern und gleichzeitig eine angenehmere Leseerfahrung bieten.

Die Studie wird online durchgeführt und soll in der Woche vom 26.10.2020 - 01.11.2020 stattfinden. Deine Aufgabe würde darin bestehen die App innerhalb dieser Woche eigenständig zu testen und anschließend einen kurzen Fragebogen dazu auszufüllen.


Ich würde mich freuen, wenn sich ein paar Leute finden, die Lust haben mitzumachen.
Unter diesem Link kann man sich zu der Nutzerstudie anmelden:
https://lese-app.limequery.net/551865?newtest=Y&lang=de-informal


Liebe Grüße
Sarah

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Gast

Hallo Sepp,
hast du schon viel Ablehnung dadurch erfahren?
Gensu wie du leide ich an großen Versagensängste und ziehe michndann lieber zurück.
Ich suche auch eine Gruppe in der man sich eventuell austauschen kann.

Hast du dir ein Beruf gewählt, in dem du nicht viel so lesen brauchst.

Liebe Grüße
Josi

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Gast

markonacht:

Hallo an alle!
Ich heiße Marko und ich komme aus Goslar. Seit 4 Jahren habe ich die Diagnose LRS. Ich bin in der Therapie und das hilft mir wirklich :)
Ich bin hier, um Tipps und Hilfe, wenn nötig, zu bekommen :))




Wie geht es dir damit?

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Nico

Liebe Alle

Ich konnte leider keinen neuen Beitrag eröffnen, deshalb wende ich mich hier an Sie.

Wir führen an der Universität Bern eine Online-Studie zum schlussfolgernden Denken und Lernen bei erwachsenen Personen mit Teil-Leistungsstörungen durch.

Zu Teilleistungsstörungen gehören:

- Legasthenie, Dyslexie, Lese-/Rechtschreibstörung (LRS)

- Dyskalkulie

- Rechtschreibschwäche oder ähnliches.

Wurde bei Ihnen eine oder mehrere Teil-Leistungsstörungen in der Kindheit oder im Erwachsenenalter diagnostiziert?

Sind Sie mindestens 18 Jahre alt?

Dann freuen wir uns über Ihre Teilnahme! Die Teilnahme dauert durchschnittlich 40 Minuten.

Die Studie ist vollkommen anonym. E-Mail-Adressen für die Teilnahme an der Verlosung werden nur für den Zweck der Verlosung verwendet.

Die Studie sollte am Computer durchgeführt werden. Zu Beginn gibt es einen grösseren Textabschnitt zu lesen, dies lies sich leider nicht vermeiden.

Jetzt unter folgendem Link teilnehmen und mehr zur Studie erfahren (copy & paste):
https://www.unipark.de/uc/projectpalue/?a=

Mit der Teilnahme können Sie dazu beitragen das Lernen mit Teilleistungsstörungen besser zu verstehen und allfällige Ungerechtigkeit aufzudecken. Wir erhoffen uns dadurch wertvolle Erkenntnisse, um Personen mit solchen Beeinträchtigungen beim Lernen besser unterstützen zu können. Ausserdem haben Sie die Möglichkeit, einen von 10 Galaxus-Gutscheinen im Wert von 20 CHF zu gewinnen.

Bei Fragen kontaktieren Sie uns via Email: denkaufgabe @[at] psy [dot] unibe.ch

Da Teilleistungsstörungen oftmals mehrmals in einer Familie vorkommen, sind wir Ihnen sehr dankbar, wenn Sie den Link mit anderen Betroffenen teilen!

Auch Personen ohne eine Teil-Leistungsstörung können an der Studie mitmachen. Wir freuen uns über jede Teilnahme!

Liebe Grüsse

Nico

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Gast

Hallo Zusammen,

ich bin 40 Jahre und habe auch eine Legasthenie, die schon in der Grund-Schule erkannt wurde.

Was mir heute beim Schreiben hilft ist mein PC mit dem Rechtschreib-Programm und mein Vorlese-Programm (Balaboka). Ganz wichtig sind beim Schreiben die roten Kringel unter den Wörtern und dann die Wörter-Vorschläge des Rechtschreib-Programms. Am Ende lasse ich mir dann den ganzen Text vorlesen und höre grobe Rechtschreib-Fehler heraus.

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber mir hat vor allem auch das 10-Finger-System beim schreiben sehr geholfen. Doch nicht jeder Legastheniker ist gleich, mir würde Eure Erfahrung interessieren ?

Das Lesen ist immer noch ein großes Problem und auch mit der Hand-schreiben bleibt schwierig.

Auch ich suche nach einer Selbst-Hilfe-Gruppe von stark betroffenen Legasthenikern.
Gerne auch Online – wie gesagt mit PC und Vorlese-Programm klappt das bei mir ganz gut.

Ich habe viel über Legasthenie gelesen/ mir vorlesen lassen. Ich will versuchen zu verstehen – was da in meinem Kopf falsch läuft.
Oft höre ich von den „erfolgreichen“ die ihr Studium geschafft haben. Aber nicht allen von Uns gelingt das.

Ich arbeite im Theater und gehe relativ offen mit meiner Legasthenie um und stoße auf Verständnis. Doch bei Bewerbungs-Gesprächen sage ich es nicht.
Und es gibt auch unzählige Gelegenheiten, wo ich es verheimliche. Ein Mensch ohne diese Probleme hat selten eine Vorstellung, wie oft am Tag, die Legasthenie vorbei schaut.

Mich würde Eure Meinung interessieren ?
Haltet durch :-)

Ganz Liebe Grüße Julia

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Gast

Hi hier ein kleiner Tipp

wer hilfe Sucht kann man unter
https://www.bvl-legasthenie.de/
suchen, ohne Werbung machen zu wollen.

Liebe Grüsse

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Gast

Hallo alle zusammen
Es ist interessant wi dieses forum sich schon so zu einer Selbst Hilfe druppe entwikel hat. Ich bin 55 Jare alt und wurde als fersuchskaninchen mit 7jaren eingesezt.
Das Schreiben dauert bei mir sehr lang daher benutze ich nun ein diktierprogramm. Auch ich würde gerne eine selbsthilfegruppe gründen , nur lebe ich in Kanada aber eure Vorschläge sind auch für da nützlich. Ich bin ein schwerer Legastheniker habe große Probleme zu lesen und zu schreiben und sage es immer gleich allen. Durch meine Behinderung konnte ich kaum als Angestellter beruflich tätig sein daher bin ich fast mein ganzes Leben lang selbstständig. Die Bürokratie in Kanada ist wesentlich weniger als in D. und die Menschen in den Behörden sind dort sehr freundlich und hilfsbereit wenn es um Legasthenie geht. Nichtsdestotrotz gibt es tagtäglich Schwierigkeiten , es nervt einfach wenn immer alles so schwierig ist weil schreiben und lesen so bominierend ist in dieser Welt und ich die Welt ganz anders sehe als die meisten, eben nicht durch das geschriebene Wort sondern viel mein Gehirn benutze um so die Lösung zu finden die ich mir sonst nicht erlesen kann.
Vor kurzem habe ich erst entdeckt dass ich wieder studieren kann denn mit den modernen Hilfsmitteln ,diktierprogramm und leseprogramm ,kann ich das ganze Wissen was ich mir früher nicht erlesen konnte auf diese Weise aufnehmen.
Wenn ich das lese was ihr so schreibt fühle ich mich nicht mehr so allein.
Haltet ale die oren steif
I am dyslexic what's your superpower

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Gast

Ich bin es noch mal der Legastheniker aus Kanada.
nur zur Aufklärung.
ich war mit sieben Jahren ein versuchskaninchen für die Wissenschaftler in Hinsicht der Legasthenie." War nicht schlimm"
. Ich wollte nur sagen das nichts mit uns falsch ist, dass wir nur anders sind. Und das es auch eine Begabung sein könnten, denn wir sehen die Welt anders und dadurch wird es eine Bereicherung.

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Gast

Hallo Zusammen und
Liebe Grüße nach Kanada;
Danke für deine Text, du sprichst mir aus der Seele.

Ich lebe in Berlin, habe aufgrund der Legasthenie keine hohe Schulbildung erhalten und liege oft mit den Behörden, genauer mit dem ArbeitsAmt oder JobCenter in Konflikt. Vor allem wenn ich einen befristeten Job hatte und das Amt rechnen muss und mich mit Briefen mit „Mitwirkungs-Pflicht“ bombardiert. Aber auch die Vermittler nehmen können keinerlei Rücksicht nehmen, auf meine Lese- und Schreib- Schwierigkeiten, die ihnen als Behinderung vorliegt. Um Legasthenikern bei der Kommunikation mit den Ämtern zu helfen, gibt es wohl keine Bestimmungen.
Das ärgern mich sehr und bring mich an den Rand der Verzweiflung !

Liebe Grüße Julia

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Gast

Rund 15% der Kinder und Jugendlichen sind Legastheniker*innen.
Quelle: https://www.lrs-legasthenie.at/presse.html

Laut einer britischen Studie haben Selfmade-Millionäre viermal häufiger Legasthenie als der Rest der Bevölkerung.
Quelle: https://lnkd.in/ebHKcYAx

Viele erfolgreiche Menschen wie zum Beispiel Albert Einstein, John F. Kennedy, Bill Gates und Walt Disney haben/hatten Legasthenie und dadurch meist auch keine einfache Schulzeit.

Dies sind Fakten die viele Menschen aber gar nicht am Schirm haben. Legasthenie wird oftmals fälschlicherweise als Krankheit bezeichnet, wenn es doch nur Aussagt dass diese Personen anders lernen und einen anderen Zugang zu Bildung benötigen.
Auch ich bin Legastheniker und musste mich mühselig durch meine Schulzeit quälen.
Ich würde gerne mehreren Legastheniker*innen die Chance geben zu verstehen dass die Legasthenie kein Fluch sein muss, sondern auch gewisse Stärken beinhaltet. Wir wollen mehr "awareness" und mehr Akzeptanz von der breiten Bevölkerung gegenüber Legasthenie.

Deshalb habe ich jeweils eine Facebookgruppe und eine LinkedIn Gruppe erstellt. Die sind beide noch total neu, ich würde mich allerdings sehr über Feedback und über regen Austausch freuen.
https://www.facebook.com/Prolexic-105411581868590/
https://www.linkedin.com/company/prolexic
Wir posten immer Mal wieder auf der Seite, das Ziel ist es sich als Legastheniker*in im Schulsystem und im Berufsleben adäquat behandelt zu werden, dies funktioniert nur wenn die breite Bevölkerung über dieses "Leiden" besser bescheid weiß.
Nicht Dyslexic, sondern Prolexic .. :)
Liebe Grüße

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Gast

Offener Brief:
„Legasthenie im Erwachsenenalter mit Lese-Schwierigkeiten“

Derzeit wird viel über Inklusion von Behinderten Menschen und über Diskriminierung gesprochen. Dabei habe ich den Eindruck, das eine Gruppe von betroffen Menschen mehr Beachtung in der Öffentlichkeit verdient. Ich spräche von legasthenen Menschen. Dabei meine ich nicht nur Kinder, die es Aufgrund ihrer Lese- und Rechtschreib-Störung in der Schule schwer haben eine angemessene Bildung zu erreichen.
Bekannt ist das die Legasthenie (auch Dyslexie) eine angeborene und nicht behebbare kognitive Störung im Gehirn ist, die sich „nur“ beim Lesen und Schreiben zeigt. Je nach stärke der Ausprägung beherrschen die betroffenen Menschen, trotz noch so viel üben und Therapien auch im Erwachsenenalter nicht zu genüge Lesen und richtig Schreiben. Dabei werden besonders die Lese-Schwierigkeiten gerne unterschätzt. Durch technische Hilfemittel in der neueren Zeit, wie Vorlese-und Rechtschreib-Programme, sowie viele kleine Tricks und kompensatorische Strategien fallen diese erwachsenen Menschen in der Gesellschaft nicht negativ auf. Immer gegen das Vorurteil bestehend, nicht dumm oder faul zu sein, verheimlichen die meisten Erwachsenen ihre Behinderung.
Für diese betroffenen Erwachsenen möchte ich das Wort erheben. Ich bitte um mehr Wissen und Verständnis in der Gesellschaft, den Medien, bei Ämtern und letztlich natürlich bei Lehrern in den allgemeinen Schulen und Bildungseinrichtungen. Die Schriftsprache ist in unserer Gesellschaft eine unverzichtbare Fähigkeit, die bei Erwachsenen als gegeben Vorausgesetzt wird. Daher ist der normale Alltag so schwierige, wenn man eben gerade da, ein unüberwindbares Problem hat, das auch nach der Schullaufbahn weiter besteht.
Möglich das ich ein Sonderfall der Sonderfälle bin. Ich bin jetzt über 40 Jahren kann ich sagen, das meine ungenügende Lese-Leistung sich wohl nicht mehr verbessern wird. Den IST-Zustand muss ich akzeptieren und das ist schwer. Das Gefühl zu habe, mich in der Gesellschaft immer rechtfertigen zu müssen, ist noch schwerer. Da ich im allgemeinen offen mit meiner Störung umgehe, stellte ich fest, wie schwierig es für Menschen ohne Legasthenie ist, meine alltäglichen Probleme nachzuvollziehen.
Bei der Legasthenie geht es bei mir nicht nur um die grammatikalisch korrekte Rechtschreibung. Die gewöhnlichen Regelfehler sind für mich eher irrelevant und können durch eine normales Rechtschreib-Programm gut erkannt und behoben werden. Das größere Problem liegt bereits in der korrekten Zuordnung der einzelne Buchstaben. Dieser Prozess ist verzögert und auch fehleranfällig, wenn die äußerste Konzentration nicht mehr aufrecht erhalten werden kann. So ist der legasthene Mensch schnell Überfordert und es entstehen Fehler. Das liegt nicht an der fehlenden Aufmerksamkeit, sondern daran das das Lesen und Schreiben so kompliziert für ihn ist. Es fehlt an der schnellen und automatischen Zuordnung der gehörten Laute zu den Buchstaben und umgekehrt. Diese Grundlage der Schriftsprache ist gestört und kann nicht weg trainiert werden. Sie kann nur mit große Mühe kompensiert werden.
Ich wollte schon in meiner Schulzeit gerne Bücher lesen können, um mir Wissen anzueignen. Damals gab es weder Internet noch Vorleseprogramme. Jedes Wort müsste immer wieder mühsam Buchstabiert werden, was so anstrengend war, das der Sinn des Textes beim entziffern eines Wortes mit über vier Buchstaben verloren ging. Ich musste mit dem ganzen Satz von vorne beginnen, in der Hoffnung das soeben entziffere Wort noch auswendig zu wissen, sonst begann das Trauer-Spiel von Neuem. Das war dann so anstrengend, das meine eigentlich sehr gute Konzentration nicht mehr ausreichte und auch keine, eigentlich gut bekannte Wörter (wie der, eine, sind usw.) plötzlich auch weg waren. Das war mehr als frustrierend und geschieht heute auch noch, wenn ich ein langes, unbekanntes Wort im Text kommen sehe, bei dem ich weiß, das ich es mühevoll Buchstabieren muss. In der Hoffnung auf eine Verbesserung meiner Lese-Leistungen habe ich nach der Schulzeit einige Bücher gelesen, immer mit dem Hintergedanken weiter zu Üben. Heute lese ich keine Romane mehr. Es ist mir einfach zu anstrengen und eine wirkliche Verbesserung stellte sich auch nicht ein.
Trotz meiner zahlreichen Schreib-Fehler in meine selbstgeschriebenen Texte, die bis zur Unleserlichkeit von ganze Setzten führte, konnte ich mich schon in der Grundschule gut ausdrücken. Die Leidenschaft zu schreiben pflege ich bis heute extensiv. Dabei hat mir das 10-Finger-System sehr geholfen. Meine Finger scheinen zu wissen wo der Buchstabe auf der Tastatur liegt, ohne das ich eine Ahnung habe welches Wort oder welcher Buchstabe gerade gesucht wird. Beim schreiben auf dem Computer mit den unverzichtbaren roten Kringeln unter den falschen Wörtern und der Wörter-Vorschläge des Rechtschreib-Programms, klappt das heute nach tausenden von Seiten echt Gut.
Dafür bin ich sehr dankbar. Das schöne am Schreiben ist – im Gegensatz zum Lesen - das die Fehler mich selbst nicht stören. Oft setzt gerade der erste Buchstabe eines Wortes, die höchste Konzentration voraus. Und auch wenn mal aus einem G ein K wird, oder B,D,T falsch Zugeordnet werden, wenn das W gerne vergessen wird oder ü,ä,eu und sch nicht korrekt erkannt werden, ich kann dennoch weiter schreiben. Dann ist der Text halt falsch aber meinen Schreibfluss muss nicht unbedingt unterbrochen werden. Allerdings rate ich, die rot unterkringelten Wörter gleich zu verbessern, denn sonst muss das falsche Wort am ende mühsam entziffert, also gelesen werden. Natürlich werden auch allgemeine Regelfehler nicht unbedingt automatisch verwendet, obgleich ich diese zum abwinken daran geübt habe und immer noch einsetzt. Ich muss das Wort Buchstabengetreu im Kopf vorsagen und erst wenn ich es korrekt geschrieben sehe, weiß ich welches Wortbild gesucht wurde. Auch wenn mir nicht bewusst oder auch unbewusst klar ist, welche einzelnen Buchstaben in dem Wort stecken. Denn dazu müsste ich das Wort buchstabieren und das das nicht funktioniert, habe ich ja bereits erläutert. Es ist eher ein Ratespiel. So bin ich auch überrascht, wenn ein kompliziertes Wort nicht unterkringelt wird. Ob es letztlich dann wirklich das gesuchte Wort ist, steht auf einem anderen Stern, das verrät mir erst mein Vorleseprogramm, wenn ich die Fehler heraus höre.
Das Lesen ist gefühlt ein noch größeres Ratespiel, das im normalen Alltag um einiges wichtiger ist, als die grammatikalisch korrekte Schreibweise. Zudem erwartet niemand bei mir, das ich damit ein immer noch ein solches Problem habe. Zudem bin ich ja auch kein Analphabet. Diese Menschen können das normale Lesen lernen, ich aber nicht. Da hilft es auch nicht, das ich viel und gerne schreibe und mich als Hoppy- Schriftsteller bezeichnen würde. Ich schreibe schneller als ich lese und ehe ich einen Roma lese, schreibe ich ihn lieber selbst. Dazu suche ich mir ein Thema aus, das mich interessiert und beginne im Internet zu recherchieren. Dabei lasse ich mir die Wissenschaftlichen Texte vorlesen und lese auch konzentriert mit. Dabei ist zu beachten, das jede unterschiedliche Schriftart von eines Wortbildes gespeichert wird, nicht die im Wort steckenden Buchstaben.
Ein gutes Beispiel sind die U-Bahn Stationen einer Großstadt. Ich habe den ganzen U-Bahn-Plan im Kopf und weiß auch ungefähr wo die einzelne Stationen liegen. Ein kurzer Blick auch den Namen der Station genügt und ich weiß wo ich bin und wie man die Station ausspricht, ich habe sie ja oft genug von der U-Bahn-Sprechern gehört. Wenn ich die Station aber schreiben sollte, habe ich keine Ahnung welche Buchstaben vor kommen sollten. Mit ausreichender Konzentration würde ich die Station genau so schreiben, wie ich sie spräche. Ist dann darin ein Fehler, würde ich ihn nicht erkennen.
Trotz meiner Lese-Schwierigkeiten habe ich mittlerweile viele Wortbilder gespeichert, ohne sie je wirklich selbst gelesen, also buchstabiert zu haben. Das ganze Wortbild, gerne längere, großgeschrieben und oft gehörte und gesehene Wort sind gut lesbar. Obgleich ich nicht weiß, ob ich sie so lese wie Menschen ohne Legasthenie. Es ist wie ein Bild, das ich automatisch erkenne und weiß wie man es ausspricht, ohne lange nachdenken zu müssen. Konzentriere ich mich allein nur auf die Aussprache der einzelne Buchstaben oder Zahlen kappt das auch. Doch wenn ich die einzelne Buchstaben, wie in der Grundschule beim Lesen lernen zusammen schleifen muss, bin ich raus und komme schnell an meine Grenze meiner Frustration. Als ich einmal, vor gar nicht all zu langer Zeit, ein Kinderbuch für Lese-Anfänger versuchte laut zu lesen, wo anstatt der langen, bekannten Wörter nur Bilder waren, musste ich nach zwei Seiten aufhören. So war einfach sooo anstrengend, das mein Kopf rauchte und ich aufgegeben habe. Ich war schlichtweg überfordert. Das war für mich die letzte Erkenntnis, das ich ein starker Legastheniker bin und das noch so wie Üben keiner Verbesserung mehr mit sich bring.
Da ist etwas in meinem Kopf, ein Unvermögen das nicht behoben werden kann. Eine ausgeprägte Störung, eine Behinderung die schwer zu verstehen und noch schwerer zu erklären ist. Und sei der legasthene Mensch auch noch so intelligent, des hilf nicht um in der Gesellschaft anerkannt zu werden, wo das Lesen so verdammt wichtig ist und sich auf wo viele alltägliche und nicht alltägliche Dinge auswirkt. Wenn dann jemand weiß wie viel und gerne ich Schreibe, wird es schwer den Menschen klar zu machen, das ich zB. Straßen-Namen oder die Speisekarte nicht lesen kann oder will. Das ich am Telefon zwar Namen aufschreiben kann, aber das diese dann so falsch sind, das niemand sie entziffern kann. Das eine schnelle Antwort per E-Mail nicht möglich ist und das ich bei einem kurzen handgeschriebenen Notiz, drei mal schreiben muss, damit letztlich auch mein eigener und kurzer Namen, nicht plötzlich Fahl ist, weil letztlich dafür die Konzentration nicht mehr ausreichte. Mal ganz abgesehen vom entziffern einer fremden handgeschriebenen Notiz, das ist noch viel schwieriger, was auch zu einem völligen Unvermögen führen kann. Denn auch wenn ich zwar selbst mit Fehler schreibe, beim lesen müssen die Buchstaben stimmen, sonnt klappt das nicht. Das gilt auch für meine eigenen Texte. Ich schreibe mit Zufallsgenerator und ich lese auch mit Zufallsgenerator, so bin ich zuweilen der Letzte der meine krakelige Handschrift lesen kann.
Ich hoffe ich konnte die Problem mit der Legasthenie auch nicht legasthenen Menschen etwas näher bringen und auch die Schwierigkeiten, gerade mit dem Lesen ausreichend hinweisen, die auch in der Schule und später im Beruf sich auf so viele Fächer und Tätigkeiten auswirkt, jedoch in der Öffentlichkeit eigentlich nie wirklich thematisiert wird und dabei eigentlich viel mehr Schwierigkeiten bereitet als nur eine nicht korrekte Schreibweisen. Zum Abschluss würde ich sagen, nicht die Wörter sind für mich das Problem, sondern die Grundlage der Wörter, die einzelne Buchstaben können nicht oder nur unzureichend gespeichert und wieder abgerufen werden. Dieses Grund-Problem bleibt ein Leben lang bestehen, da hilf auch kein noch zu viel Üben. Es bleibt einfach so anstrengend, das auch die höchste Konzentration, letztlich zu Überforderung meines Geistes führt.

PS. Ich habe diesen Text „schnell“ auf OpenOffice vorgeschrieben ohne mir die Mühe zu machen, ihn mit dem Vorleseprogramm nochmal durchzuarbeiten.
Wenn jemand mit mir Kontakt aufnehme will, ich freue mich über Fid-Back unter julia.w.berlin @[at] web [dot] de .

Liebe Grüße Julia

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Gast

Offener Brief, Teil 2:
„Legasthenie im Erwachsenenalter mit Lese-Schwierigkeiten“

Ich dachte ich war am Ende, aber meine Mutter machte mich drauf aufmerksam, das die Lese-Schwierigkeiten unter denen ich Leide, noch zu kurz gekommen sind. So kommt das Wort Antrag im meinem Text noch gar nicht vor. Solange ich allein zu Hause bin und digital arbeiten kann ist alles gut. Doch draußen in der Öffentlichkeit habe ich oft Angst, das ich etwas nicht lesen kann oder überlese / übersehe. An ein kleines Beispiel im Finanzamt, kann ich mich noch erinnern. Ich wollte eigentlich nur die Anträge für die Steuerbescheide holten, um sie mitzunehmen und dann ganz in Ruhe zu Hause auszufüllen. Die stand in einer kleinen Vorhalle, vor einer riesigen der Info-Tafel, dort stand geschrieben in welchem Raum, was zu finden war. Ich starrte Gefühlt eine halbe Stunde auf diese Tafel und war den Tränen nahe. Dabei kam ich mir echt dumm vor und wäre am liebsten wieder abgehauen. Letztlich nahm ich all meinen Mut und ging einfach einem Menschen unbemerkt hinterher, der eintrat, kurz auf die Tafel sah und dann weiter ging. Etwas später stand ich vor unzähligen Kartons mit unzähligen Anträgen. Wieder den Tränen nahe, musste ich mir nun die richtigen Anträge zusammen suchen. Wieder zu Hause angekommen war ich mit den Nerven am Ende und dabei hatte das schlimmste, das Ausfüllen der Anträge noch nicht einmal begonnen.
Eine andere Situation war beim Impfen im Impfzentrum. Ich hatte keine Schwierigkeiten einen Termin im Internet zu machen. Doch ich stellte fest, das man dafür etwas ausfüllen musste. So informierte ich mich im Vorfeld und frage meiner Freundin, die meine Befürchtung bestätigte. So druckte ich Seiten zu Hause aus, ließ mir vom Computer die Fragen vorlesen und kreuzte das richtige an. Da mir all eventuell herumstehenden Info-Tafeln verschlossen bleiben würden, kam ich mit Angst im Herzen und schwitzenden Hände kam ich im Impfzentrum an. Doch die erste Impfung klappte gut, keine Info-Tafel mit Anweisungen und ich war überglücklich das ich die Formulare ausgefüllt dabei hatte. Nur meine Unterschrift mit der ich die Impfung bestätige, hatte ich noch nicht gesetzt. Allein dies zu tun bedeutet auch Stress.
Bei der Zweitimpfung war ich entspannter, beim ersten mal hatte ja alles gut geklappt. Meine Freundin sagte, das sie auch beim zweiten mal die Formulare möchte und so druckte ich den Kram erneut aus. Doch als ich die ausgefüllten Formulare abgeben wollte, hieß es plötzlich, die sind veraltet, bitte füllen sie diese hier aus. Der Mann schob mir, wie selbstverständlich die neuen Formulare herüber und ich bekam es mit der Angst zu tun. „Ja wissen Sie ich habe da so meine Probleme, ich bin Legastheniker aber ich versuche es man.“ gab ich als Antwort. So etwas wie Name, Adresse geht ja, doch dann kamen Multiblie-Scheus-Fragen. Wenn ich in solchen Fällen erwähne, das ich Legasthenikerin bin, habe ich schon einmal die Antwort gehört: „Das ist doch nicht so schlimm, da müssen sie ja nicht Schreiben.“ Doch dem ist nicht so, wer nicht gut Lesen kann ist doch gerade dabei echt überfordert. In diesem Fall stellte ich fest, das der Aufbau des neuen Formulars, dem Bild es alten Formulars sehr stark ähnelte und so kreuzte ich, immer mit Rückfrage, immer genau die selben Felder an, wie beim alten Formular und der Mann mir gegenüber war zufrieden.
Das sind nur zwei kleine Beispiele. Schlimmer war und ist es beim JobCenter, die mir die Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen verweigern. Wer schon einmal einen Haupt-Antrag auf Harz4 ausgefüllt hat, weiß das die Steuererklärung dagegen eine Zuckerschlecken ist. Zudem musste ich gerade beim JobCenter lernen das nur schriftliches Zählen und das das Amt einen gerne mit langen komplizierten Briefen und Aufforderung zu Mitwirkung bombardiert, auf die man reagieren muss, sonder werden einem die Geld-Leistungen gekürzt. Von meiner Mutter habe ich schon früh gelernt, komme nicht mit Logik, so kann ich Arbeitsbescheinigungen vom Dezember, nicht bereits im November einreichen. Ich kann sie noch nicht einmal im Dezember einreichen, da mein Gehalt, Vertrags getreu erst Mitte Januar eingeht und erst dann erhalte ich auch die Bescheide vom Arbeitgeber. Aber das nur am Rande.
Bei den langen Briefen, die mich regelmäßig zu einem Häufchen heulendes Elend verwandeln, habe ich gelernt, das eigentlich nur eine kurzer Absatz wichtig ist und das nur diese ein-zwei Sätze gelesen werden müssen.
Das letzte man, nachdem ich eine befristete Tätigkeit in einer anderen Stadt ausgeübt habe, war ich zwei Tage zu spät dran. Irgendwie war zu viel Zeit vergangen und ich musste, wegen zwei Tagen, einen neuen Haupt-Antrag stellen. Ich wollte Hilfe beim ausfüllen, aber wurde strickt abgewiesen. Ich wedelte mit meiner bestätigten Behinderung herum und erklärte das ich eine starke Legasthenie habe. Aber ich stieß auf vollkommene Ablegung. Die Behinderung wird beim JobCenter erst dann interessant, wenn ich für die Ausübung meines Jobs Unterstützer benötige. Aber dafür benötige ich keine Hilfe vom Amt, das bekomme ich auch so hin. Ich benötige die Unterstützung für die schriftliche Kommunikation mit der Leistungsabteilung, besonders in dem Fall wenn ich einer befristeten, Voll-Zeit-Beschäftigung nachgehen und dann mit unzähligen zu lesenden Briefen vom JobCenter konfrontiert werden.
Ich kam also mit dem leeren Haupt-Antrag mit Eingangstempel nach Hause zurück und war echt mit den Nerven am Ende. Ich mache das doch nicht Absichtlich. Verflucht ich habe eine starke diagnostizierte Teilleistungsstörung, eine angeborene Legasthenie mit Problemen beim Lesen und Schreiben.
Zum Glück hatte ich den letzten Haupt-Antrag mit allen einzureichende Unterlagen ganz ordentlich kopiert und füllte alles genau so aus wie beim letzten mal. Dennoch kam eine Aufforderung zu Mitwirkung und sie wollte noch mehr Unterlagen habe, als beim letzten mal.
Das abschreiben von alten Anträgen funktioniert leider auch nur so lange, bis sich die Anträge änder. Wenn das geschieht, bekomme ich Panik. Doch zum Glück sind die Anträge auch im Internet zu finden, so beginne ich zu suchen, um sie mir dann vom Computer vorlesen zu lassen.
Übrigens habe ich mit der Arbeitsagentur bessere Erfahrung gemacht. Bei der Antragsstellung saß ich einer Frau gegenüber, die mir den Antrag auf Arbeitslosen-Geld vorlegte mit unzähligen Multiblie-Scheus-Fragen. Ich sagte der Dame das ich Legastheniker bin und besonders beim Lesen Schwierigkeiten habe. Für die nette Frau war es kein Problem mit die Fragen vorzulesen und anzukreuzen. Letztlich musste ich nur noch eine Steuernummer nachreichen und erhielt meine Leistungen.
Aber zurück zum JobCenter, mit dem ich ja, immer wieder seit ca. 20 Jahren zu tun habe und mittlerweile mehr weiß als die Personen die bei der Servis-Hotline arbeiten, doch zum Teil echt falsche Aussagen machen können. Obgleich mich die Vermittler gerne unter Druck setzen, entstehen die größten Schwierigkeiten eigentlich erst dann, wenn ich einen befristeten Job hatte und die Leistungsabteilung neue Rechnen muss. Meine immer wieder gestellte Bitte, doch direkt mit meinem Leistungs-Bearbeiter kommunizieren zu können, um die immer wieder gleichen Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen, wird grundgesetzlich abgeschmettert.
Einmal blieb ich beharrlich und kam dann so weit, das ich vor einer Dame, einer allgemeinen Servis-Stelle saß und mit der Hand vor ihren Augen einen Brief schreiben sollte mit meinem Anliegen. In mir herrschte die Panik vor und dennoch schrieb ich ein leeres Platt voll. Das ich den Brief ihr überreichte war das Platt durchgeweicht von meinem Angst-Schweiß. Beim nächsten mal war ich klüger und schreib den Brief auf dem Computer vor. Das einmalige Ergebnis war, das ich es wirklich schaffte bis zu meinem persönlichen Leistungs-Bearbeiter durchzukommen. Dieser Entschuldige sich für die Verzögerung meiner Leistungs-Brechung, doch da ich zu dieser Zeit, Aufgrund der zwei Tage zu später Meldung einen neuen Haupt-Antrag stellen musste, wurde ihm meine Akte genommen und er konnte meinen etwas komplizierteren Fall, nicht weiter bearbeiten. Ich war freundlich und erklärte Ihm, das man mir doch keinen Strick daraus drehen konnte, das ich immer mal wieder Arbeite. Denn wenn ich nicht Arbeite, nervt der Vermittler nach einem Jahr der Arbeitslosigkeit etwas, aber mir meinen Hilfe-Leistung in Form von Geld-Leistungen habe ich keine Schwierigkeiten. Das kann doch nicht der richtige Weg sein, oder ?
Übrigens ist das ganze JobCenter zugepflasterter mit schriftlichen Informationen, die ich alle nicht lesen kann und auch nicht will. Überall liegen auch schriftliche Info-Broschüren herum, die mir ebenfalls nicht viel helfen. Selbst wenn da eine nützliche Information drinnen stecken würde, die ich mir zu Hause in ruhe durchlesen könnte, bin ich allein schon von dem schier Unübersichtlichen Angebot überfordert. Wenn ich dann gefühlt Stunden vor einem Plakat stehen und versuche es zu entziffern, überkommt sogar mich, das Gefühl von Scham. Dazu ändern sich auch ständig die Plakate und Infos an den Wänden, was mich jedes mal aufs Neue irritiert. So ändern sich auch ständig die Hilfe-Angebote zum Ausfüllen der Antrage. So gab es auch einmal eine Hilfe-Stelle, die bereit waren mit mir den Antrag auszufüllen, beim nächsten mal war diese wieder verschwunden. Einmal entdeckte ich auch einen Aufsteller den ich Fotografierte, um ihn zu Hause zu lesen. Da war die Rege von einer internen „Clearing“ (Klärungs) -Stelle, die auch mir vielleicht Helfen würde. Aber als ich diese Stelle, ein halbes Jahr später aufsuchen wollte, war der Aufsteller weg und ich stand wieder Alleine da. Als ich dann erneut auf meines Schwierigkeiten beim Lesen der Anträge hinwies, wurde ich gefragt, ob ich denn keine Freunde und Familie habe, die mir Vorlesen könnte, da fand ich echt unverschämt. Zudem weiß ich auch, das Menschen die normal Lesen und Schreiben können mit den Anträgen und dem Beamten-Deutsch überfordert sein können. Auch bin ich kein Ausländer und bin bei den Hilfe-Angeboten für Immigranten falsch.
Zuletzt war ich dann so Sauer auf das JobCenter, die sich strickt weiger mir beim Ausfüllen ihrer Anträge zu helfen, das ich zu Hause herumtelefoniert. Ich fand in ganz Berlin zwar keine einzige Hilfe-Stelle, die bereit war mir zu Helfen. Aber eine nette Dame bei der Behinderten-Beratungs-Hilfe machte mich auf ein anscheinend existierendes Gesetz aufmerksam, das besagt, das jedes Amt die Pflicht hat, jeden Menschen, ob mit Legasthenie oder nicht, zu helfen ihre Anträge auszufüllen.
Doch was tun, wenn ein Amt gesetzeswidrig handelt? Soll ich gleich – auf kosten des Staates – einen Anwalt und das Gericht bemühen? Mal abgesehen davon, das es mir eben auch wegen meine Lese-Schwierigkeiten schwer fällt, überhaupt erst mal einen Anwalt zu finden und da muss ich auch, gewiss erst einmal einen Antrag ausfüllen. Will ich mir das wirklich antun und damit auch die Steuergelder verschwenden. Mit dem Wissen das die Sozial-Gerichte ohnehin schon überfordert sind? Dazu kann ich auch noch nicht einmal schriftlich nachweisen, das mir die Hilfe verweigert wurde. Dazu kommt das ich ja kein Analphabet bin und das ich, mit hängen und würgen, es ja hin bekomme diese Sch... Anträge auszufüllen.
Eins habe ich jetzt für die Zukunft gelernt. Wenn ich noch einmal einen Haupt-Antrag beim JobCenter ausfüllen muss, werde ich die Antragsstelle erst wieder verlassen, wenn mir schriftlich Bestätigt wird, das sich das Amt weigern mir zu Hilfen.

Für diesen Text „Teil 2“ gilt auch: Ich habe diesen Text „schnell“ auf OpenOffice vorgeschrieben ohne mir die Mühe zu machen, ihn mit dem Vorleseprogramm nochmal durchzuarbeiten.

Liebe Grüße Julia

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Gast

Hey Leute ich bin kein Vater, aber ich bin einer der hat Legasthenie, so kommen ich zu mein Post und auch meine Idee, also ich habe eine Frage schonmal an euch alle?
Also ich wollte Fragen, ob andere auch diese Probleme haben, die ich habe mit der Legasthenie, also ich habe eine Idee, ich will auf Tiktok, Instagram und Youtube, ein Kanal auf machen und darüber berichten was es bei mir ausmacht und auch wie ich das auffasse wegen den anderen Mitmenschen die ein deswegen runter gemacht werde, oder auch wie ich damit umgehe oder auch wie es für mich anstrengend ist damit zu kämpfen mit den ganzen Vorurteilen die man so oft gegen den Kopf bekommt.

Und da wollte ich euch fragen, was haltet ihr von der Idee, ich würde dann auch von anderen vielleicht berichten wie sie es auffassen, also wie gesagt ich finde das ist ein große Lücke wo man sehr viel was gestalten kann und auch gut mit aufbauen kann.

Also was haltet ihr von der Idee??

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Gast

Hallo an den Gast,

ich persönlich bin zwar kein Freund von Tiktok und Instagram, aber bei Youtube schau ich immer mal wieder rein. So finde ich deine Idee gut.
Vielleicht erreicht man so mehr Aufmerksamkeit für Unsere Schwierigkeiten. Es ist schon Traurig das wir als Legastheniker auf so viele, echt veraltete Vorurteile stoßen.
Es müsste ein Ruck durch die deutsche Gesellschaft gehen, denn auch Lehrer lernen nicht über die Legasthenie. Obgleich sie nach der WHO (ICD-10) als Behinderung anerkannt ist, scheint das niemand zu interessieren. Gerade wenn man Erwachsen ist und das ärgert mich sehr.
Daher Unterstütze ich dein Vorhaben gerne, aber habe selbst keinerlei Erfahrung mit Youtube. Dazu habe ich etwas Angst, das du wenig Mitstreiter findest. Da viel ihre Probleme verheimlichen, gerade weil sie so schlechte Erfahrung gemacht haben.

Ganz Liebe Grüße Julia aus Berlin
(die mit den langen Texten)

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Gast

An der Gast: Erstellt 12.12.2021 21:17

Hier noch Julia aus Berlin. Schade das kein anderer bis jetzt auf deine Idee reagiert hat.

Ich habe nochmal nachgedacht. Was hälst du von der Idee einen Podcast zum Thema "Erwachsene Legastenieker" zu machen?
So könnte man verschiedene Themen bearbeiten.

Ich versuche gerade in Berlin/Brandenburg eine Gruppe der Erwachsene Legastenieker aufzubauen, über den LVL-Verband.
Freue mich aber immer auch auf Kontakte aus ganz Deutschland unter:
julia.w.berlin @[at] web [dot] de

Liebe Grüße

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